Alzheimer Gesellschaft Hessen

Symptome

Die Anzeichen für eine Demenzerkrankung sind vielfältig und von Person zu Person oft sehr unterschiedlich. Nicht jedes Symptom entsteht dadurch, dass die entsprechende Gehirn-Region zerstört wird. Viele Symptome entstehen auch durch die Art der seelischen Verarbeitung der Krankheit, durch große Ängste, Unsicherheiten und Verzweiflung. Deshalb ist es besonders wichtig, durch eine gute Atmosphäre und sichere Räume zu schaffen.

Kognitive (= geistige) Störungen

  • Störung des Gedächtnisses (Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis)
  • Störung der Orientierung bzgl. Zeit, Ort, Situation und Person (zuletzt auch die eigene Person betreffend)
  • Vergessen von Namen, Wortfindungsstörungen, Sprachstörungen etc.
  • Sinkende Konzentration
  • Störungen beim abstrakten Denken

Affektive und Verhaltens-Störungen

  • Depressionen
  • Antriebsstörungen mit Erregbarkeit, Aggressionen, Unruhe, aber auch Antriebsminderung und zunehmende Apathie und Müdigkeit
  • Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus
  • Psychotische Symptome wie Wahn und Halluzinationen
  • Persönlichkeitsveränderungen (Persönlichkeitsmerkmale ins Gegenteil gewendet)

Körperliche Symptome

  • Inkontinenz
  • Obstipation = Verstopfung (Ernährung!)
  • Störungen des Bewegungsablaufes
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Störungen im Geruchs-, Geschmacks- und Tastsinn
  • Gesichtsfeldausfälle, vermindertes Mienenspiel bis hin zu „maskenhaft“

Demenzformen

Grundsätzliche unterscheidet man zwischen primären Demenzen und sekundären Demenzen. Bei den letzten gibt es eine andere Ersterkrankung beim Patienten – erst in der Folge dieser Erkrankung entstehen dementielle Symptome. Es gibt etliche Krankheiten, die in der Folge eine Demenz auslösen können. Dazu gehören z. B.: Infektionserkrankungen (Meningites, HIV, Borreliose etc.), schwere Vitaminmangelerscheinungen, Austrocknung (Exsikkose), chronischer Alkoholismus, Hirntumor, Morbus Parkinson u. a.
Wenn es gelingt, die Ersterkrankung gut zu behandeln, können auch die dementiellen Symptome wieder verschwinden. Deshalb ist eine gute Diagnostik so wichtig.

Die primären Demenzen entstehen dadurch, dass Nervenzellen im Gehirn zerstört werden. Dies kann entweder passieren, weil Blutgefäße geschädigt sind und durch Hirn-Infarkt oder Schlaganfall Teile des Gehirns absterben. Dann spricht man von einer vaskulären Demenz.

Oder die Gehirnzellen erkranken und werden zerstört. Dann spricht man von einer neurodegenerativen Demenz.

Die häufigsten neurodegenerativen Demenzen sind:

  • Alzheimer Demenz
  • Frontotemporale Demenz
  • Lewy-Körperchen-Demenz

Verlauf der Demenz

Demenzen verlaufen sehr unterschiedlich, je nach Demenzform, aber auch je nach betroffener Persönlichkeit. Grundsätzlich spricht man von einem Verlauf in drei Phasen:

1. Phase = Vergessens-Stadium:
Schleichender Beginn mit zeitlicher Desorientierung, Wortfindungsstörungen, Vergessen von Namen, Verlegen von Gegenständen, Erregbarkeit

2. Phase = Verwirrtheits-Stadium:
Zu Ort und Zeit nicht orientiert, Sprach- und Handlungsstörungen, Probleme bei der selbständigen Lebensführung, Hilfe notwendig

3. Phase = Hilfslosigkeits-Stadium:
Zu Ort, Zeit und Person(en) nicht orientiert, fast unverständliche Sprache, Hilfe bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens notwendig, motorische Störungen.

Kontakt

Alzheimer Gesellschaft Hessen e. V.

06151 / 957 84 22
E-Mail senden

Ermutigung

Gib nicht auf,
sagt der Freund.
Wir sind auch noch da,
sagt die Freundin.
Wir bekommen das in den Griff,
sagen beide.
Du bist nicht allein.

Wir lieben Dich,
versichern die Freunde,
die in der Ferne sind.
Das wiegt die Enttäuschung über jene auf,
die uns im Stich ließen.

Ich bewundere dich,
ermutigt die Tochter.
Wir verstehen dich,
tröstet der Schwiegersohn.

Gib nicht auf,
sagt der Freund.

Wir lieben den Opa,
betont der Enkel.
Ich liebe ihn auch, weine ich.
Er hat unsere Fürsorge verdient.

Gib nicht auf,
sagt der Freund.

(aus: Uta von Deun: Alzheimer – Der lange Weg des Abschiednehmens. Herder spektrum, Freiburg 2006).